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Magazin Archiv Ausgabe Nr. 6 Jahrgang 2001
Bedeutender Symphoniker: Anton Bruckner
Unter den frühen Symphonien Anton Bruckners (1824-1896) ist die 3. Symphonie d-Moll (2. Fassung 1877 - 37 Min.) wohl am stärksten von Kontrasten gezeichnet. Die einzelnen Sätze heben sich scharf voneinander ab und die Themen sind plastisch und differenziert. Bruckner selbst hat seine Vereinigung der Gegensätze im 2. Themenkomplex als "Frohsinn und Leid der Welt" bezeichnet.
1884 begann Bruckner mit dem Entwurf seiner 8. Symphonie c-Moll (2. Fassung 1892 - 52 Min.), die er 1887 vollendete. Dem Kopfsatz der Symphonie liegt eine dramatische Konzeption zugrunde. Das Hauptthema der Symphonie weist eine auffällige Ähnlichkeit mit der c-Moll Arie aus Wagners "Fliegendem Holländer" auf, die die Todessehnsucht des Protagonisten beinhaltet. Bruckner spricht bei seinem Thema von "Todesverkündigung und Ergebung". Nach der Uraufführung der 2. Fassung 1892 in Wien wurde die 8. Symphonie enthusiastisch gefeiert.
Anton Bruckner übergab bereits 1892 Lienau-Schlesinger seine 8. Symphonie, die 3. Symphonie wurde durch Ankauf des Rättig-Verlages, Wien, erworben.
Carl Reinecke: Dirigent, Professor und Komponist
Carl Reinecke (1824-1910) wurde vom Vater als Geiger und Pianist sowie in Kompositionslehre ausgebildet. Schon als 11jähriger trat er öffentlich auf. Nach Konzertreisen und längeren Aufenthalten in Kopenhagen lehrte er seit 1851 am Kölner Konservatorium. Nach 1860 wurde er als Dirigent der Gewandhauskonzerte nach Leipzig berufen und war ausserdem über vierzig Jahre lang am dortigen Konservatorium ein einflussreicher Lehrer. In dieser Funktion unterrichtete er später berühmte Komponisten wie Isaac Albeniz. Als Komponist wurde Reinecke in Leipzig durch seine Freunde Mendelssohn und Schumann beeinflusst, auch wenn er eigentlich nie deren Schüler war. Robert Schumann bezeichnete Carl Reinecke als "jüngeren Komponisten nach meinem Sinn".
Von seinen Kompositionen sind sein Klavierkonzert h-Moll op. 254 (19 Min.) und die Ballade op. 288 für Flöte und Orchester (10 Min.) von bleibendem Wert. Ferner hat Reinecke noch zahlreiche andere Instrumentalwerke im Musikverlag seines Freundes Julius Heinrich Zimmermann in Leipzig veröffentlicht.
Der Balakirew-Kreis
Um 1860 schloss sich eine Gruppe russischer Komponisten zusammen, die als "mächtiges Häuflein" oder der "Balakirew-Kreis" bezeichnet wurde, deren Ziel es war, nationale russische Musik zu schaffen. Zu ihnen gehörten im Wesentlichen Mili Balakirew (1837-1910), Aleksandr Borodin, Cesar Cui, Modest Mussorgskij und Nikolaj Rimskij-Korsakow. In Russland gab es bis zu dieser Zeit keine institutionalisierte Musikausbildung und so waren diese Komponisten, die alle ihren Wirkungsort in St. Petersburg hatten, weitgehend als Autodidakten tätig. Sie lehnten eine Professionalisierung des Musikerberufes ab. Sie wollten eine eigenständige russische Musik kreieren, die keinen westlichen oder gar deutschen Einflüssen unterstand.
Balakirew begleitete Borodin durch die langwierige Entstehung seiner 1. Symphonie. Er gab Mussorgskij Komposititonsunterricht und unter Balakirews Einfluss verschrieb dieser sich ganz der Musik.
Rimskij-Korsakow vollendete unter Balakirews Anleitung seine erste Reihe von Orchesterwerken.
Im Zuges des erwachenden Nationalbewusstseins wandte sich Mili Balakirew, in Form von Anlehnungen, der russischen Volksmusik zu. 1872 zog er sich vorläufig aus dem öffentlichen Musikleben zurück. Das war das Ende des "mächtigen Häufleins". Zwischen Balakirew und Rimskij-Korsakow brach der Kontakt ganz ab, während die Komponisten ansonsten noch lose Beziehungen unterhielten.
Der Schwerpunkt von Balakirews Arbeit lag auf dem Gebiet der Orchester- und Klaviermusik. In seiner 1. Symphonie C-Dur (42 Min.), an der er mit Unterbrechungen über drei Jahrzehnte arbeitete, verband er überzeugend russische und kaukasische Folkloreelemente. Balakirew besaß ein ausgesprochenes pianistisches Talent, wie sein 2. Klavierkonzert Es-Dur (35 Min.) beweist. Sein Stil zeigt eine Nähe zu Chopin, den Balakirew nicht zuletzt in dessen Eigenschaft als Nationalkomponist verehrte. Von Chopin verarbeitete er 4 Stücke zu einer Suite für Orchester (22 Min.). Die genannten und eine Reihe anderer Kompositionen von Mili Balakirew erschienen original im Musikverlag Julius Heinrich Zimmermann, St. Petersburg.
Pablo de Sarasate: Spanischer Geiger und Komponist
Pablo de Sarasate (1844-1908) war vermutlich der bedeutendste Violinist der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als frühbegabtes Kind trat er schon mit 8 Jahren erstmals öffentlich auf und kam mit 12 Jahren an das Pariser Konservatorium. Dort gewann er zahlreiche Preise. Sarasate unternahm Konzertreisen in die ganze Welt und war berühmt für seine ausgezeichnete Technik, reinste Intonation sowie seinen ungewöhnlich starken Ausdruck. Viele Komponisten widmeten ihm bedeutende Werke.
Sarasate selbst schrieb ausschließlich Kompositionen für Violine - eine Fantasie über "Die Zauberflöte" op. 54 von Mozart (14 Min.) und Fantasien nach spanischen Tänzen sowie eine Reihe von Romanzen. Seine Introduktion und Tarantella op. 43 (7 Min.) und Jota de Pablo op. 52 (5 Min.) sind noch heute beliebte Repertoirestücke.
Der Musikverlag Zimmermann expandierte um die Jahrhundertwende von Russland aus in den Westen und nahm von 1899 bis 1906 fast alle Werke ab op. 41 von Pablo de Sarasate unter Vertrag.
Assistent Balakirews: Sergej Liapounow
Sergej Liapounow (1859-1924) studierte zwischen 1878 und 1883 am Moskauer Konservatorium bei Tschaikowsky und Tanejew und wurde bald nach seinem Abschluss Assistent Balakirews in der muikalischen Leitung der Kaiserlichen Kapelle in St. Petersburg. Später nahm er eine Professur am dortigen Konservatorium an.
Er gehörte der Gruppe von Komponisten an, die als Nachfolger des "mächtigen Häufleins" Balakirew unterstützten. Der Einfluss der älteren russischen Komponisten in ihren Werken war spürbar. Von 1908 bis 1911 war Liapounow Direktor der Freischule der Musik und übersiedelte 1923 nach der Revolution nach Paris. Dort organisierte und leitete er eine von russischen Emigranten gegründete Musikschule.
Liapounow beschäftigte sich ebenfalls mit Volksmusik und schrieb u.a. eine Rhapsodie über ukrainische Themen op. 28 (15 Min.). Vor allem in der Klaviermusik, wie z.B. im 2. Klavierkonzert op. 38 in einem Satz (18 Min.) war sein Vorbild Liszt erkennbar.
Da Liapounow der bedeutendste Vertreter der nationalen russischen Musikrichtung im Sinne Balakirews war, gab es für Julius Heinrich Zimmermann die selbstverständliche Pflicht, viele seiner Werke verlegerisch zu betreuen.
Finnische Musik: Jean Sibelius
Jean Sibelius (1865-1957) übergab dem Robert Lienau Musikverlag seine Kompositionen op. 46 bis op. 57. 1905 schrieb Sibelius die Begleitmusik zu Maeterlincks Pelleas & Melisande op. 46, 1906 die Begleitmusik zu Procopés Belsazars Gastmahl op. 51 und 1908 die zu Strindbergs Svanehvit (Schwanenweiß) op. 54, aus denen er jeweils auch eine Suite formte. Gleichzeitig komponierte er seine berühmtesten Tondichtungen: 1906 Pohjolas Tochter op. 49 und 1909 Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang op. 55. Mit seiner 3. Symphonie in C-Dur op. 52 von 1907 entfernte er sich langsam den muskalischen Hauptströmungen seiner Zeit. Sie ist konzentrierter als seine ersten beiden Symphonien.
Das Violinkonzert op. 47 markiert das Ende seiner kompositorischen Periode. Seine eigene meisterliche Beherrschung der Geige kam der Kompositionsweise zugute.
Kleine Zimmermann-Auswahl von Konzerten und Konzertstücken für die Violine
Tor Aulin (1866-1914) Op. 14 Konzert No. 3 (c-Moll) Harmonisch interessant, klanglich wirkungsvoll und durchweg sehr geschickt komponiert, findet dieses Konzert bei Aufführungen immer Anklang. Es bietet für den Solisten eine dankbare Aufgabe, wenn er das geistige Moment dem rein virtuosen voranstellt.
Jenö Hubay (1858-1937) Op. 99 3. Konzert g-Moll Es ist ein anziehendes und für die Violine wirksam geschriebenes Konzert. Die orchestrale Behandlung ist geschickt und die Stimmung ansprechend, teils romantisch, teils lebhaft. Op. 101 Concerto all'antica (No. 4) Hubays "Concerto all'antica" bietet Frische der Invention, Klarheit der Form und viel Emotion. Es ist zweifellos das wertvollste und sympathischste Violinkonzert des Komponisten. Das liebenswürdige Stück dürfte viel öfter auf den Konzertprogrammen stehen.
Pablo de Sarasate (1844-1908) Op. 43 Introduction et Tarantelle Ein frisches, lebendiges Stück, das den Violinspielern Freude macht. In technischer Beziehung tritt es nicht allzu anspruchsvoll auf, erzielt aber dessen ungeachtet eine brillante Wirkung. Sehr hübsch klingt die kurze gesangreiche Einleitung.
A. S. Tanéiew (1850-1918) Op. 23 Reverie Die Reverie von A. S. Tanéiew ist eine sehr hübsche wirkungsvolle Pièce, die die Aufmerksamkeit durch volle Melodik und außerordentlich elegante Harmonik auf sich lenkt. Die Violinspieler finden in dem Werk eine dankbare Aufgabe für sich, zumal es keine besonderen technischen Schwierigkeiten bietet.
Theodor Verhey (1848-1929) Op. 54 Konzert a-Moll Der Komponist war nicht nur ein ausgezeichneter Meister seines Instruments, sondern auch ein Meister in der Komposition. Schade, dass die großen Virtuosen sich dieses Werkes nicht annehmen. Violinkonzerte von holländischen Komponisten sind rar, dieses a-Moll-Konzert des Rotterdamer Komponisten war dabei insgesamt ein Gewinn für die Violinliteratur. Zusammenfassend möchten wir sagen: eine Komposition, der Originalität nicht fehlt; ein frisches, Temperament aufweisendes Konzert.
Ricardo Villa (1877-1935) Rapsodia Asturiana Die Asturische Rhapsodie von R. Villa ist ein ganz entzückendes Stück vom Anfang bis zum Ende.
Romantische Klavierkonzerte
Mili Balakirew (1837-1910) ist ein berühmter Komponist, sein 2. Klavierkonzert Es-Dur (35 Min.) ist es nicht so sehr. Balakirew begann damit im Sommer 1861. Das Konzert ist thematisch verbunden mit dem nie fertig geschriebenen Requiem, das ihn zur gleichen Zeit beschäftigte. Für den 1. Satz des Konzertes brauchte er ein Jahr und obwohl er schon einige Ideen für den 2. Satz und das Finale hatte, legte er das Werk für nahezu fünfzig Jahre beiseite. Es erschien 1911 posthum im Musikverlag Zimmermann, ein Jahr nach Balakirews Tod.
Die Klavierkonzerte No. 2 op. 50 (40 Min.) und No. 3 op. 60 (45 Min.) von Nicolas Medtner (1879-1951) sollte eigentlich besser bekannt sein. Medtner war russisch-deutscher Abstammung. Er hat zur selben Zeit in London gelebt wie Rachmaninoff. Sein 2. Klavierkonzert wurde 1927 fertiggestellt, im Musikverlag Zimmermann. "Ohne Zweifel ein Meisterwerk" wie die Kritiker 1948 nach der ersten Schallplatten-Einspielung schrieben. Das 3. Klavierkonzert ist eines von Medtners letzten Werken. Er vollendete es Anfang der 40er Jahre und es wurde von Medtner selbst erstmals 1944 in London aufgeführt. Das Konzert fand unter Sir Adrian Boult in der Royal Albert Hall statt. Medtner nannte es eine Konzert-Ballade und tatsächlich beruht es in der Einleitung auf einer Ballade von Lermontov. Für den Pianisten ist das Konzert zugegebenermaßen anstrengend, denn er hat kaum einmal einige wenige Takte Pause. Das 3. Klavierkonzert erschien bei Zimmermann in Medtners Todesjahr.
Das 2. Klavier-Concerto Symphonique h-Moll op. 22 (35 Min.) von Henry Litolff (1818-1891) ist kaum bekannt. Er komponierte es im Jahre 1844 und es erschien ein Jahr später bei Schlesinger-Lienau. Das Konzert hält sich im ersten Satz noch an die traditionelle Struktur des 18. Jahrhunderts, aber im 2. Satz veränderte Litolff diese radikal. Er verwendet das Klavier vorwiegend als Begleitung, jedoch höchst virtuos.
Hugo Kaun, Symphonie Nr. 3 e-Moll op. 96
Hugo Kaun (18631932) zählte zu jenen Komponisten seiner Zeit, die die musikalischen Zeitströmungen in ihren Werken ausschalteten. Von Beginn seines Schaffens an war Kaun ein Vertreter der absoluten Musik. Von einem Programm, wie es bei der Neuromantik üblich war, ist in seiner Werkreihe nirgends die Rede. Wohl fanden sich dichterische Gedanken im Titel einiger Kompositionen als kurzer Hinweis für den Inhalt. Doch stets war bei Kaun die Empfindung über das Schildernde gestellt. Sein musikalischer Ausdruck beruhte auf Übertragung eines Eindrucks auf Gefühlsebene. Mit jedem Werk steigerte Kaun die Harmonik, die sich vielleicht am kühnsten und freiesten in seiner 3. Symphonie e-Moll op. 96 von 1914 (39 Min.), verlegt im Musikverlag Zimmermann, darstellt.
Die 3. Symphonie ist Kauns reifstes und abgeklärtestes Werk. Ihre Gliederung ist meisterhaft, ebenso vielseitig und überraschend wie ihre Stimmungswelt. Auch dieser Symphonie fehlt es an Programm. Der Grundzug ließe sich vielleicht in die Worte fassen: Aus meiner Einsamkeit. Die Form ist die der klassischen Symphonie; auch der Bau der vier Sätze erfüllt mit kleinen Abweichungen die Forderungen der Sonate. Der Inhalt, die eigenartige Gedankengebung, Harmonik und Orchesterbehandlung waren allerdings neu.
Der erste Satz drückt wehmutsvolle Verzicht-Empfindungen aus, die nur langsam eine friedvollere Stimmung ermöglichen. Hier findet ein heftiger innerer Kampf statt. Aber er geht nicht siegreich zu Ende. Nur nachhaltiger macht sich das Gefühl der Vereinsamung breit. Der Versuch, die eigene Idealwelt mit der wirklichen Welt in Einklang zu bringen, ist gescheitert. Der Hörer gewinnt jedoch den Eindruck, dass ein neuer Ausgleichversuch in Vorbereitung ist. Der zweite Satz wird wild ausgelassen, um mit diesem Gegensatz ein Gleichgewicht zu suchen. Man hört dennoch allerlei Missempfindungen, die dem Ausdruck absoluten Eigenwillen untermischen. Die Musik bekommt etwas Wirres, als ob die Fantasie durchdrehte. Im dritten Satz ist der Dichter wieder allein mit sich und seinen Empfindungen. Er überlässt sich ihnen selbstvergessen und verliert sich in geheimnisvolle Nachtstimmungen. Nachdem im vorhergegangen Satz der psychische Ausgleich erfolgte, bringt der Schluss-Satz neuen Kampf. Aber diesmal wird er begleitet von dem Bewusstsein der eigenen Kraft. Die ungemein schwungvolle und begeisterte Musik spiegelt deutlich das Gefühl wieder, das man nach Lebenskämpfen gewinnt. Der Schlusshymnus jubelt über den selbstbewussten Sieg über sich selbst und das daraus entstehende Selbstbewusstsein.
Paul Juon (1872-1940): Genial, bescheiden, humorig
Paul Juons Werke werden in Musikkreisen hochgeschätzt und wurden zu seiner Zeit in der ganzen Welt gespielt. Juon selbst war aber von einer persönlichen Anspruchslosigkeit und Selbstironie, die ihresgleichen sucht.
Robert Lienau II. bat seinen Schützling Paul Juon im Jahre 1907, ihm eine ausführlichere Selbstdarstellung zukommen zu lassen. Juon sandte seine Große Selbstbiographie in 7 Bänden, die genau eine Schreibmaschinenseite umfasst. Hier einige Ausschnitte:
Aus dem Umstand, dass ich mich als Knabe gern unter dem Flügel aufhielt (vermutlich um Pedalstudien zu machen), folgerte man, dass ich ein großes Talent für die Musik habe und engagierte für mich eine Klavierlehrerin. .... Zu meinem Glück starb die Dame bald, und ich erhielt einen Lehrer, bei dem ich ernstere Dinge lernte. .... Seit ich 13 Jahre alt war komponierte ich eine unzählige Menge verschiedener Stücke, was mir furchtbar viel Spaß machte, besonders wenn die Schnörkel und Verzierungen auf dem Titelblatt gut und zahlreich gelangen. Das Titelblatt war die Hauptsache. Ich machte es immer zuallererst, bevor auch nur eine Note des Stückes komponiert war (manchmal blieb es auch unkomponiert und ich begnügte mich mit dem Titelblatt). ... Auf das Konservatorium kam ich im Jahre 1888 und studierte dort auf Wunsch meines Vater hauptsächlich Geige. Doch interessierten mich die Theoriestunden bei Arensky und Tanejew bei weitem mehr. Noch mehr aber Mädchenaugen, Mädchenherzen; darum studierte ich sie auch am eifrigsten; ich bereue es aber nicht, obwohl dadurch meine anderen Studien zeitweise nur sehr bedenkliche Fortschritte machten. ... 1896 erhielt ich einen Ruf an die Musikschule zu Baku als Violinlehrer, das Mendelssohnstipendium für Komposition wurde mir verliehen, und die schönsten Mädchenaugen, das beste Mädchenherz durfte ich mein nennen. ... Seit 1897 lebe ich in Berlin, gebe Unterricht, komponiere ein bisserl und fühle mich recht wohl, trotzdem ich 3 Kinder und 1 Schwiegermutter habe. ... Im Oktober 1901 erhielt ich ein Stipendium der Franz Liszt Stiftung und im April 1906 bin ich zum Lehrer für Komposition an der Kngl. Hochschule für Musik ernannt worden. Seit dem 1. April 1907, 4 Uhr nachmittags, trage ich einen langen Spitzbart.
Jörg Widmann
Bereits 1984, im Alter von 11 Jahren, nahm der Komponist und Klarinettist Jörg Widmann Kompositionsunterricht, zunächst bei Kay Westermann. Später wurde er von Hans Werner Henze, Wilfried Hiller und Wolfgang Rihm ausgebildet. 1999 veröffentlichte er im Musikverlag Zimmermann seine Komposition "Pas de deux" (Ritual für 2 Flöten und Orchester, 13 Min.). Im gleichen Jahr wurde er mit dem Belmont Preis für Neue Musik der Schneider-Forberg-Stiftung ausgezeichnet.
In "Pas de deux" herrscht eine Aura höchster Konzentration, die sich zunehmend zum Rauschhaften steigert. Reduktion der Klangsprache und ungezügelte Lust am Klang halten sich die Waage. (Jörg Widmann)
THEMA: "Viechereien" - Musik über Tiere
Siegfried Behrend Stierkampfmusik für Gitarre und Orchester (Arr. Chr. Schmitz-Steinberg) 3 Min.
Theodor Blumer Aus der Tierwelt op. 57 (1. Zigeuner mit tanzendem Bär, 2. Schäfer bei seiner Herde, 3. Jäger bei der Fuchsjagd) (Arr. für Orchester Fried Walter) 10 Min.
Riccardo Drigo Fliegentanz und Lerchenballett aus der Konzertsuite zu "Les Millions d'Arlequin" (Arr. für großes Orchester Fried Walter) 8 Min.
Ernesto Köhler Schwalbenflug op. 72 Konzert-Etüde für 2 Flöten und Orchester 5 Min.
Fried Walter Schmetterlinge aus "Heidebilder". Suite für Kammerorchester 3 Min. Amsel und Kuckuck und Ameisen aus "Impressionen aus meinem Garten" für kleines Orchester 3 Min. Das störrische Kamel aus "Marokkanisches Tagebuch" für Orchester 1 Min. Der sterbende Vogel und Fakir und Schlange aus "Der Pfeil", Ballettmusik 8 Min. Die wilden Schwäne Märchen-Ouvertüre im alten Stil für großes Orchester 6 Min.
Mietmateriale bei Musikverlag Zimmermann
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